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Es passiert ständig: Du stehst an der Kasse, die Firmenkarte liegt im Büro, also zahlst du den Bürobedarf eben privat. Der Aufwand ist trotzdem betrieblich — nur hat diesmal kein einziges Konto deiner Firma das Geld gesehen. Und genau da stolpert die Buchhaltung, wenn man sie lässt.
Warum „einfach über die Bank" falsch wäre
Jede Buchung hat zwei Seiten: was aus dem Geld wurde, und wo es herkam. Für die erste Seite ist alles klar — Bürobedarf. Aber die zweite? Das Geschäftskonto war es nicht. Wer die Buchung trotzdem gegen die Bank stellt, schreibt eine Bewegung in die Bücher, die nie stattgefunden hat — und bei der nächsten Kontoabstimmung fehlt genau dieser Betrag. Ein Konto, das nicht zum Auszug passt, ist der Moment, in dem eine Kanzlei nachfragt.
Die Buchhaltung braucht also einen ehrlichen Ort für „das Geld kam aus meiner eigenen Tasche". Den gibt es, und er hat sogar zwei Namen.
Einlage und Entnahme
Fließt privates Geld in den Betrieb — du verauslagst eine Betriebsausgabe —, heißt das Einlage (im SKR03 das Konto 1890, im SKR04 die 2180). Fließt betriebliches Geld heraus ins Private — du entnimmst etwas für dich —, heißt das Entnahme (SKR03 1800, SKR04 2100). Beides ist weder Aufwand noch Ertrag, sondern hält fest, dass Geld die Grenze zwischen privat und betrieblich überquert hat.
Der Clou: Bürobedarf bleibt Bürobedarf
Das Wichtigste an dieser Konstruktion sieht man erst auf den zweiten Blick: Die Aufwandsart bleibt erhalten. Der privat gezahlte Bürobedarf steht als Bürobedarf in den Büchern — nur die Gegenseite ist eben die Einlage statt der Bank. Ein Sammeltopf „Privat", in dem Büromaterial, Tanken und Fachbuch ununterscheidbar verschwinden, wäre die bequeme und die falsche Lösung: Am Jahresende will jemand wissen, wofür das Geld ausgegeben wurde, nicht nur, wessen Karte gezückt war.
In Jubeljahr heißt das: Du wählst die Kategorie wie immer — und als Konto einfach „Privat bezahlt":
Was Jubeljahr damit macht
„Privat bezahlt" ist bei Jubeljahr ein Konto wie das Girokonto oder das Stripe-Guthaben — ein Ort, an dem Geld lag. Es ist nur das einzige, bei dem die Richtung mitentscheidet: Beim Export schreibt eine Ausgabe die Einlage-Nummer ins Gegenkonto, eine Einnahme die Entnahme-Nummer. Du wählst nie eine der beiden Zahlen von Hand; sie ergeben sich aus dem, was ohnehin an der Buchung steht.
Welche Ausgaben sich privat verauslagen lassen und wie Einlagen und Entnahmen sich bei dir steuerlich auswirken — das ist, wie immer an dieser Stelle, die Frage an dein Steuerbüro. Was Jubeljahr dir abnimmt, ist der Teil davor: dass die Buchung ehrlich sagt, wo das Geld wirklich herkam.
Häufige Fragen
- Muss ich mir das Geld vom Geschäftskonto zurücküberweisen?
- Das ist deine Entscheidung, keine Pflicht der Buchhaltung. Wenn du es tust, ist die Überweisung einfach die nächste Bewegung und wird als solche gebucht. Wie sich Einlagen, Entnahmen und Erstattungen in deinem Fall steuerlich auswirken, weiß dein Steuerbüro.
- Gilt das auch in die andere Richtung?
- Ja. Nimmst du Geld aus dem Betrieb für private Zwecke — die Barabhebung fürs Wochenende, die private Rechnung vom Geschäftskonto —, ist das eine Entnahme. Dasselbe Konto, die andere Nummer; die Richtung der Buchung wählt sie von selbst.
- Warum gibt es keine Kategorie „Privat“?
- Weil damit die Information verloren ginge, worum es eigentlich ging. Eine Sammelkategorie „Privat“ würde aus Büromaterial, Tanken und Fachbuch denselben Brei machen. „Privat bezahlt“ ist deshalb bei Jubeljahr ein Konto — ein Ort, wo das Geld herkam —, und die Kategorie bleibt frei für das, was gekauft wurde.
Passt dazu
- Konto und Gegenkonto — warum jede Buchung zwei Seiten hatJede Buchung berührt zwei Konten: eines sagt, worum es ging, das andere, wo das Geld lag. Was dahintersteckt und woran man es im Alltag merkt.
- Geldtransit — warum die Stripe-Auszahlung kein Umsatz istStripe zahlt aus, auf dem Kontoauszug erscheint Geld — und wer das als Einnahme bucht, zählt seinen Umsatz doppelt. Wozu es das Geldtransit-Konto gibt und woran man erkennt, dass es aufgeht.
Wer das nicht selbst sortieren will
Jubeljahr ist eine Vorbuchhaltung als Durchgangsstation: Belege kommen herein, werden vorkategorisiert, du prüfst und gibst frei, heraus geht ein DATEV-Buchungsstapel — und danach wird gelöscht. Eine vollständige Buchhaltung ist es nicht: keine Bilanz, keine Salden, keine Steuerberechnung.
Was Jubeljahr macht