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Ein Steuerbüro fragt zuerst nach Zahlen, nicht nach Meinungen: die Summen- und Saldenliste, das Journal, die Beträge nach Steuersatz für die Umsatzsteuer, die Zeilen der EÜR. Alles Rechnen, keine Beratung — Summen über Konten bilden darf jede Tabellenkalkulation. Dieser Artikel erklärt, was auf den Blättern steht, was bewusst nicht, und wo die Grenze liegt.
Die Grenze, die alles ordnet
§ 5 StBerG verbietet die geschäftsmäßige Hilfe in Steuersachen durch Nichtbefugte. Software, die aus den Buchungen des Steuerpflichtigen die Zahlen eines Formulars errechnet und anzeigt, ist ein Werkzeug in seiner Hand. Was sie nicht darf: sagen, was er eintragen sollte, ihm etwas empfehlen, ein Ergebnis als „geprüft" ausgeben. Deshalb steht auf jeder Seite jedes Ausdrucks derselbe Satz:
Zahlen aus deinen Buchungen, ohne Beurteilung. Für die Richtigkeit bist du verantwortlich — im Zweifel fragt dein Steuerbüro.
Das ist kein Kleingedrucktes, sondern die Beschreibung dessen, was das Blatt ist.
Die Summen- und Saldenliste
Je Konto drei Zahlen: die Summe im Soll, die Summe im Haben, der Saldo. Woher Soll und Haben kommen, steht in der doppelten Buchführung: eine Ausgabe ist Aufwandskonto an Bank — Soll auf dem Aufwandskonto, Haben auf der Bank. Eine Einnahme ist Bank an Erlöskonto. Über alle Konten sind Soll und Haben gleich; wenn nicht, stimmt etwas nicht. (Mehr dazu in Konto und Gegenkonto.)
Die Beträge sind brutto, so wie sie gebucht sind. Die Umsatzsteuer läuft über die Automatikkonten des Kontenrahmens, und die löst diese Liste nicht auf — das tut das Steuerbüro beim Einlesen des Stapels.
Buchungen ohne Kategorie bekommen eine eigene Zeile „ohne Kategorie". Ein erratenes Konto stünde dort schlimmer als eine ehrliche Lücke: eine Zahl, in der Unkontiertes steckt, ist eine Zahl, der niemand trauen kann.
Das Journal
Jede Buchung in ihrer Reihenfolge, eine Zeile: Datum, Buchungstext, Soll, Haben, Betrag, Steuersatz, ob ein Beleg dranhängt, und der Stand — offen, freigegeben, exportiert. Der Stand steht mit drauf, weil ein Journal über offene Buchungen etwas anderes ist als eines über exportierte: das eine ist Arbeit, das andere ein Nachweis.
Die UStVA-Kennziffern
Ein Blatt mit Kennziffer, Bezeichnung und Betrag — so, wie ELSTER-Online sie abfragt. Was befüllt wird, und woher:
| Kennziffer | Was hineinkommt | Woher |
|---|---|---|
| 81 | Umsätze zu 19 %, netto | Einnahmen auf Erlöskategorien mit 19 %, Erstattungen an Kunden abgezogen |
| 86 | Umsätze zu 7 %, netto | dasselbe mit 7 % |
| 43 | Steuerfreie Umsätze mit Vorsteuerabzug | alle Einnahmen auf 0-%-Erlöskategorien — mit dem Vermerk prüfen |
| 66 | Vorsteuer | rechnerisch aus Aufwandsbuchungen mit Steuersatz, Erstattungen von Lieferanten abgezogen |
Und was nicht befüllt wird, steht ebenfalls auf dem Blatt, als leere Zeile mit Vermerk: steuerfreie Umsätze ohne Vorsteuerabzug (Kz 48), innergemeinschaftliche Erwerbe (Kz 89), Leistungen nach § 13b UStG (Kz 46). Diese Fälle kennt Jubeljahr nicht als eigene Kategorien; sie still wegzulassen wäre die schlechtere Sorte Fehler.
Drei Dinge, die das Blatt bewusst nicht tut:
- Es rechnet keine Zahllast. Kz 83 ergibt sich aus den anderen Angaben, und ELSTER rechnet sie selbst. Wir sagen „Summe", nicht „Schuld".
- Es rundet nicht. ELSTER verlangt Bemessungsgrundlagen in vollen Euro; das Blatt zeigt Cent und sagt dazu, dass beim Eintragen abgerundet wird.
- Es entscheidet nicht, was 0 % bedeutet. Kz 43 sammelt alle 0-%-Erlöse und sagt, dass du sie prüfst — siehe die Frage unten.
Geldtransit und Privatkonten zählen nicht mit; sie sind weder Umsatz noch Aufwand. Wer nach § 19 UStG Kleinunternehmer ist, bekommt kein UStVA-Blatt — es gäbe nichts zu melden.
Was die Voranmeldung als solche ist, steht in Die Umsatzsteuer-Voranmeldung.
Die Dauerfristverlängerung
Wer dauerhaft einen Monat länger Zeit für die Voranmeldung will, beantragt die Dauerfristverlängerung. Wer monatlich anmeldet, zahlt dafür eine Sondervorauszahlung: ein Elftel der Summe der Vorauszahlungen des Vorjahres, die mit der letzten Voranmeldung des Jahres verrechnet wird. Wer vierteljährlich anmeldet, beantragt nur die Frist.
Das Blatt rechnet dieses Elftel aus den Kennziffern des Vorjahres — und sagt dazu, wie viele Buchungen des Vorjahres es noch gefunden hat. Das ist die ehrliche Grenze: Jubeljahr ist eine Durchgangsstation, nach Export und Löschfrist liegt ein ganzes Jahr hier selten noch vollständig. Die Summe der tatsächlich geleisteten Vorauszahlungen steht in den Bescheiden; wenn die Zahlen abweichen, gilt die dortige.
Die Anlage EÜR
Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben je Zeile des Vordrucks, aus den Kategorien — netto, mit vereinnahmter Umsatzsteuer und gezahlter Vorsteuer als eigene Zeilen, so wie der Vordruck es fragt. Kleinunternehmer bekommen Bruttobeträge und eine Einnahmenzeile.
Das Blatt nennt die Zeilen so, wie sie im Vordruck heißen, aber ohne Zeilennummern — die ändern sich von Jahr zu Jahr, und eine falsche Nummer wäre schlimmer als keine. Und es lässt leer, was Bewertung braucht, jede Lücke als eigene Zeile mit Vermerk: Abschreibungen, Privatanteile am Kfz, Zahlungen ans Finanzamt. Bewirtung steht in beiden Zeilen, siebzig Prozent abziehbar und dreißig nicht. Anschaffungen von Anlagevermögen stehen als Information dabei, zählen aber nicht zu den Ausgaben — sie gehören über die Abschreibung in die EÜR.
Die Verfahrensdokumentation
Kein Steuerformular, sondern das Dokument, das ein Prüfer verlangt: wie Belege in das System kommen, was damit geschieht, wie sie es verlassen und wann sie gelöscht werden. Jubeljahr kann es für dich schreiben, weil sein Ablauf feststeht — und es füllt es mit dem, was deine Instanz tatsächlich eingerichtet hat: welche Wege offen sind, wohin exportiert wird, welche Fristen laufen, wer Zugang hat.
Was es nicht kann, sagt es: Der letzte Abschnitt sind Lücken, die nur du füllen kannst — wer verantwortlich ist, welches Steuerbüro den Stapel bekommt, wo die Belege danach liegen, welche anderen Systeme dazugehören. Und es sagt in eigenen Worten, was in Warum Jubeljahr löscht steht: Jubeljahr erhebt keinen GoBD-Anspruch für sich. Es ist der Weg zu dem System, das aufbewahrt.
Was auf jedem Blatt steht — und was nicht drin ist
Im Kopf, sofern unter Einstellungen → Buchhaltung → Dein Unternehmen eingetragen: Firmenname, Anschrift, Steuernummer, USt-IdNr, Finanzamt. Darunter der Zeitraum und wann das Blatt erzeugt wurde.
Am Ende jedes Blatts steht, was nicht enthalten ist: Buchungen aus einer Testverbindung, Buchungen in Fremdwährung ohne Eurowert, Buchungen ohne Kategorie. Nie verschwiegen — eine Summe, die vollständig aussieht und es nicht ist, ist die schlimmste Art zu rechnen.
Wie Jubeljahr das umsetzt
Die Blätter liegen auf der Seite Auswertung unter „Ausdrucke". Für Saldenliste und Journal wählst du einen Zeitraum, für die UStVA einen Monat oder ein Quartal, für EÜR und Dauerfristverlängerung ein Jahr; die Verfahrensdokumentation braucht keine Wahl. Es entsteht ein PDF, nichts wird gespeichert oder verschickt — ein Ausdruck ist ein Ausdruck. Eine Übermittlung an ELSTER gibt es nicht; was dafür nötig wäre, ist ein eigenes Vorhaben.
Die Zahlen kommen aus derselben Rechnung wie die Auswertung selbst: dieselben Ausschlüsse, dieselbe Zuordnung von Konto und Gegenkonto wie im DATEV-Buchungsstapel. Ein Blatt, das anders summiert als die Seite daneben, wäre schlimmer als keines.
Und weil Jubeljahr eine Durchgangsstation ist, gilt für jedes Blatt: Es rechnet über das, was gerade da ist. Nach Export und Löschfrist ist eine Periode weg — dann gibt es das Blatt aus dem Stapel, den dein Steuerbüro bekommen hat, nicht mehr aus Jubeljahr.
Häufige Fragen
- Kann ich die UStVA-Kennziffern direkt an ELSTER schicken?
- Nein, das Blatt ist zum Abtippen in ELSTER-Online gedacht. Eine Übermittlung aus Jubeljahr heraus gibt es nicht — und die Zahllast rechnet ELSTER aus deinen Angaben selbst. Abgeben tust du oder dein Steuerbüro; wir liefern die Zahlen, die dafür sonst jemand zusammenrechnen müsste.
- Warum steht in Kz 43 „prüfen“?
- Weil Jubeljahr nicht weiß, warum ein Umsatz mit 0 % gebucht ist. Steuerfrei mit Vorsteuerabzug, steuerfrei ohne, nicht steuerbar — das sind drei verschiedene Kennziffern, und aus der Buchung allein ist es nicht zu sehen. Das Blatt sammelt alle 0-%-Erlöse in Kz 43 und sagt dazu, dass du oder dein Steuerbüro es prüfen müsst.
- Ich bin Kleinunternehmer — wo ist mein UStVA-Blatt?
- Es gibt keins, mit Absicht: Wer nach § 19 UStG keine Umsatzsteuer erhebt, gibt keine Voranmeldung ab. Ein Blatt voller Nullen sähe aus wie eine. Die Summen- und Saldenliste und das Journal gibt es trotzdem. Eingestellt wird der Status unter Einstellungen → Buchhaltung → Dein Unternehmen.
- Steht auf der EÜR mein Gewinn?
- Nein, mit Absicht. Die Differenz der beiden Summen wäre erst ein Gewinn, wenn die leeren Zeilen gefüllt sind — Abschreibungen, Privatanteile, Zahlungen ans Finanzamt. Genau die brauchen Bewertung, und die macht dein Steuerbüro oder du mit ihm. Das Blatt befüllt, was aus den Buchungen folgt, und lässt leer, was nicht.
- Warum fehlen Buchungen, die ich exportiert und die die Löschfrist geholt hat?
- Weil sie weg sind. Jubeljahr ist eine Durchgangsstation: Nach Export und Löschfrist liegt nur noch, woran gerade gearbeitet wird. Ein Ausdruck rechnet über das, was da ist, und sagt den Zeitraum dazu. Wer ein Blatt behalten will, druckt es, bevor die Frist läuft — oder nimmt es aus dem Buchungsstapel, den das Steuerbüro hat.
Passt dazu
- Die Umsatzsteuer-Voranmeldung — was da jeden Monat fällig istEingenommene Umsatzsteuer minus gezahlte Vorsteuer, gemeldet ans Finanzamt — monatlich oder je Quartal. Wer wie oft melden muss, welche Fristen gelten und woher die Zahlen kommen sollten.
- Die Kleinunternehmerregelung — 25.000, 100.000, und die eine FalleKeine Umsatzsteuer ausweisen, keine Voranmeldungen — dafür kein Vorsteuerabzug. Was die Regelung ist, welche zwei Schwellen seit 2025 gelten und warum die 100.000-Euro-Grenze mitten im Jahr zuschnappt.
- Konto und Gegenkonto — warum jede Buchung zwei Seiten hatJede Buchung berührt zwei Konten: eines sagt, worum es ging, das andere, wo das Geld lag. Was dahintersteckt und woran man es im Alltag merkt.
- Was ist ein DATEV-Buchungsstapel?Eine Textdatei mit einer Zeile je Buchung, die der Steuerberater einliest, statt alles abzutippen. Was drinsteht und was sie nicht ist.
- Warum Jubeljahr löscht — die Durchgangsstation erklärtSoftware, die deine Belege absichtlich löscht, klingt erst einmal falsch. Warum es das Gegenteil ist, wer wirklich aufbewahren muss — und die Wächter, die dafür sorgen, dass nie etwas zu früh verschwindet.
Wer das nicht selbst sortieren will
Jubeljahr ist eine Vorbuchhaltung als Durchgangsstation: Belege kommen herein, werden vorkategorisiert, du prüfst und gibst frei, heraus geht ein DATEV-Buchungsstapel — und danach wird gelöscht. Eine vollständige Buchhaltung ist es nicht: keine Bilanz, keine Salden, keine Steuerberechnung.
Was Jubeljahr macht