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Jubeljahr, wie du es täglich benutzt — Prüfung, Import, Perioden — ist eine Ansicht auf deine Daten, nicht die Daten selbst. Dahinter liegt ein zweiter Zugang: die Rohdatenansicht, ein Verwaltungs-Editor, in dem jede Buchung, jede Kategorie und jedes Konto als nackter Datensatz vor dir liegt und sich direkt ändern lässt.
Dieser Artikel erklärt, wofür dieser Zugang gedacht ist, was du dort kannst, was du dort nicht bekommst — und warum beides Absicht ist.
Wofür die Rohdatenansicht da ist
Für das, was die meisten an ihren Daten einstellen wollen, brauchst du sie nicht. Dein eigener Kontenrahmen — eigene Nummern, zusätzliche Kategorien, ein anderer Steuerschlüssel — wohnt in der Alltagsansicht, unter Einstellungen → Konto. Dort liegen deine Konten und alle Kategorien beieinander; jede Kategorie lässt sich aufklappen und trägt die Felder, um die es geht — die Kontonummer je Kontenrahmen, den Steuersatz, die Art und den BU-Schlüssel, falls dein Steuerbüro für dieses Konto einen bestimmten Buchungsschlüssel im Export erwartet. Neue Kategorien legst du dort an (die Nummern werden dabei geprüft), und selbst angelegte kannst du wieder löschen, solange keine Buchung an ihnen hängt. Welche Werte für dich richtig sind, sagt dir dein Steuerbüro — wir erklären, wo die Felder liegen, nicht, was hineingehört.
Wozu dann die Rohdatenansicht? Als Ventil. Sie zeigt jeden Datensatz, auch die, für die die Oberfläche keinen Handgriff hat — und wir sperren dich bewusst nicht aus: Es sind deine Daten, und wir können nicht jede Korrektur vorhersehen, die dein Sonderfall braucht. Im Alltag brauchst du sie nicht:
Was du — egal auf welchem Weg — einträgst, gilt sofort: Der nächste DATEV-Export schreibt deine Nummern und deine Schlüssel. Deine Änderungen sind dabei keine Momentaufnahme: Ein Update von Jubeljahr legt fehlende Kategorien an, überschreibt aber keine, die du angefasst hast. Der Auslieferungszustand macht Vorschläge, er diktiert nicht.
Der Preis: hier passt niemand auf
Die Alltagsansicht ist mehr als eine hübschere Liste. Jeder Handgriff dort läuft durch eingebaute Regeln, und die tun still eine Menge:
- Sie lernt aus jeder Wahl. Ordnest du in der Prüfung eine Buchung zu, entsteht eine Regel — der nächste Beleg desselben Händlers kommt schon einsortiert. Änderst du denselben Datensatz in der Rohdatenansicht, lernt niemand etwas: Der nächste Beleg kommt wieder leer.
- Sie erkennt Doppelte. Der Import merkt sich zu jeder Buchung ein Erkennungszeichen. Eine von Hand im Editor angelegte Buchung trägt keines — sie steht neben dem, was der Import bringt, statt damit verrechnet zu werden.
- Sie hält die Dinge zusammen. Beleg an Buchung, Buchung an Konto, Buchung an Periode — in der Alltagsansicht passiert das im selben Handgriff. Im Editor ist jede dieser Verknüpfungen dein Job, und eine vergessene fällt erst später auf.
Und beim Löschen wird es am deutlichsten: Löschst du im Editor eine Buchung, die aus einer Anbindung kam, ist sie nicht weg — der nächste Abgleich mit Stripe oder PayPal bringt sie wieder, denn dort ist sie ja noch. Löschst du eine Buchung mit Beleg, bleibt die Belegdatei zunächst verwaist liegen; die Löschfrist räumt sie später ab, aber eben erst dann.
Zwei Dinge halten allerdings auch hier: Eine Buchung ohne Kategorie lässt sich nicht auf „Freigegeben" stellen, und ab der Freigabe ist die Kategorie fest, bis die Buchung wieder geöffnet wird. Diese beiden Regeln wohnen nicht in der Oberfläche, sondern an den Daten selbst — sie gelten für jeden, der schreibt.
Warum wir dich trotzdem nicht aussperren
Es sind deine Daten. Manche Werkzeuge verstecken den direkten Zugang oder verkaufen ihn als Zusatzmodul — wir halten das für die falsche Richtung. Wenn du weißt, was du tust, und lieber direkt arbeitest: mach. Die Rohdatenansicht ist keine Hintertür, sondern ein Ausgang, den wir dir absichtlich offen lassen.
Die ehrliche Empfehlung bleibt trotzdem: Für den Alltag die Alltagsansicht. Nicht, weil die Rohdatenansicht verboten wäre, sondern weil die Oberfläche Arbeit übernimmt, die du dir sonst selbst machst — und weil sie aus deiner Arbeit lernt, während der Editor nur zusieht.
Wie du hineinkommst
Den Zugang legst du selbst an, in den Einstellungen unter „Zugang" — die Karte heißt dort „Erweitert: Rohdatenansicht":
Drei Dinge dazu, alle mit Absicht so gebaut:
- Es geht kein Passwort per E-Mail. Du bekommst einen Einladungslink, der genau einmal angezeigt wird; das Passwort legt fest, wer ihn öffnet. Eine Einladung, die drei Tage niemand annimmt, verfällt von selbst.
- Der Zugang sieht alles. Jede Buchung, jeden Beleg, jeden Datensatz — deshalb: sparsam vergeben. Ein Zugang für dich selbst ist der Normalfall, einer je neugierigem Mitarbeiter ist keiner.
- Widerrufen geht jederzeit, an derselben Stelle.
Kurz gesagt
Die Rohdatenansicht ist der Maschinenraum: Du brauchst sie für den Sonderfall, für den die Oberfläche keinen Handgriff hat — und du darfst sie benutzen, wann immer du willst. Nur eines solltest du dabei wissen: Hier unten arbeitet keiner der stillen Helfer mit, die oben in der Alltagsansicht auf dich aufpassen.
Häufige Fragen
- Kann ich mir damit etwas kaputt machen?
- Wenig, aber nicht nichts. Zwei Regeln gelten auch hier: eine Buchung ohne Kategorie lässt sich nicht freigeben, und ab der Freigabe ist die Kategorie fest. Was dort aber niemand für dich tut: Regeln lernen, Doppelte erkennen, Konten und Belege verknüpfen. Und eine gelöschte importierte Buchung kommt beim nächsten Abgleich wieder — die Anbindung hält deinen Kontostand für die Wahrheit, nicht deine Löschung.
- Überleben meine eigenen Kontonummern ein Update?
- Ja. Der Auslieferungszustand legt fehlende Kategorien an, überschreibt aber keine, die du geändert hast — deine Nummern und Steuerschlüssel bleiben, wie du sie gesetzt hast.
- Welche SKR-Nummer oder welcher BU-Schlüssel ist für mich richtig?
- Das sagt dir dein Steuerbüro, und nur das. Wir erklären hier, wo die Felder liegen und was sie technisch tun — welche Werte in deinem Fall gelten, ist eine steuerliche Frage, und die dürfen und wollen wir nicht beantworten.
Passt dazu
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Wer das nicht selbst sortieren will
Jubeljahr ist eine Vorbuchhaltung als Durchgangsstation: Belege kommen herein, werden vorkategorisiert, du prüfst und gibst frei, heraus geht ein DATEV-Buchungsstapel — und danach wird gelöscht. Eine vollständige Buchhaltung ist es nicht: keine Bilanz, keine Salden, keine Steuerberechnung.
Was Jubeljahr macht