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SKR03 und SKR04 sind zwei Nummernordnungen für dieselbe Buchhaltung. Sie enthalten weitgehend dieselben Konten, sortieren sie aber nach verschiedenen Gesichtspunkten — und vergeben deshalb verschiedene Nummern. Mehr ist der Unterschied im Kern nicht, und trotzdem darf man sie nicht mischen.
Was ein Kontenrahmen überhaupt ist
Ein Kontenrahmen ist ein Verzeichnis: Er sagt, welche Nummer welche Sammelstelle bekommt. Dass Bürobedarf auf 4930 gebucht wird und nicht auf 4931, ist keine Naturkonstante, sondern eine Verabredung — damit zwei Menschen, die sich nie gesehen haben, dieselbe Buchhaltung lesen können.
SKR steht für Standardkontenrahmen; die beiden hier sind die von DATEV. Es gibt weitere für einzelne Branchen, etwa für Land- und Forstwirtschaft oder für Vereine. Für die allermeisten Kleinunternehmer und Freiberufler geht es um diese zwei.
Der Unterschied in einem Satz
SKR03 ist nach dem Ablauf im Betrieb geordnet — Prozessgliederung. Die Nummern folgen dem Weg vom Wareneinkauf bis zum Erlös.
SKR04 ist nach dem Jahresabschluss geordnet — Abschlussgliederung. Die Nummern folgen der Reihenfolge, in der die Posten später in Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung stehen.
Daraus folgt der praktische Effekt: Wer viel bilanziert, findet im SKR04 die Konten in der Reihenfolge wieder, in der er sie im Abschluss braucht. Wer den Betrieb entlang seines Ablaufs denkt, ist mit SKR03 näher am Tagesgeschäft. Eine gesetzliche Vorgabe, welcher zu nehmen ist, gibt es nicht.
Dieselbe Ausgabe, zwei Nummern
An den Konten, die im Alltag vorkommen, sieht man den Unterschied sofort:
| Wofür | SKR03 | SKR04 |
|---|---|---|
| Bankkonto | 1200 | 1800 |
| Bürobedarf | 4930 | 6815 |
| Reisekosten | 4670 | 6650 |
| Bewirtung | 4650 | 6640 |
| Erlöse 19 % USt | 8400 | 4400 |
| Erlöse 7 % USt | 8300 | 4300 |
| Geldtransit | 1360 | 1460 |
| Privateinlage | 1890 | 2180 |
| Privatentnahme | 1800 | 2100 |
Eine Faustregel zum Wiedererkennen: Im SKR03 liegen die Erlöse im Achttausenderbereich und die Aufwendungen im Viertausenderbereich. Im SKR04 liegen die Erlöse bei 4000 und die Aufwendungen bei 6000.
Die Falle steht in der Tabelle
Sieh dir die erste und die letzte Zeile an. 1800 ist im SKR04 das Bankkonto — und im SKR03 die Privatentnahme.
Dieselbe Zahl, zwei völlig verschiedene Bedeutungen. Eine Buchung, die im falschen Kontenrahmen eingelesen wird, ist deshalb nicht ungefähr richtig, sondern falsch: Aus einer Zahlung vom Bankkonto wird eine Privatentnahme. Das ist der Grund, warum der Kontenrahmen eine Einstellung ist, die man einmal richtig setzt und dann in Ruhe lässt.
Wer die Wahl trifft
Die ehrliche Antwort: nicht du, sondern wer deine Buchhaltung führt. Der Kontenrahmen gehört zu der Kanzlei, die den Abschluss macht — dort ist er in aller Regel seit Jahren entschieden, und für ihre Auswertungen, Vorlagen und Gewohnheiten hängt einiges daran.
Wenn du selbst buchst, entscheidest du selbst; wichtig ist dann vor allem, dass es dabei bleibt. Ein Kontenrahmen, der mitten im Jahr wechselt, macht die Vorjahresvergleiche unbrauchbar.
Was wir dir nicht sagen dürfen und deshalb nicht sagen: welcher der beiden in deinem Fall der richtige ist. Das ist eine Beratung im Sinne des § 5 StBerG, und die schuldet dir dein Steuerberater — er beantwortet sie in einer Mail.
Was Jubeljahr damit macht
Unter Einstellungen → Buchhaltung → Periode steht ein Auswahlfeld mit genau zwei Möglichkeiten, SKR03 oder SKR04. Voreingestellt ist SKR03; das ist eine Voreinstellung und keine Empfehlung.
Jede Kategorie in Jubeljahr trägt beide Nummern nebeneinander. „Bürobedarf" ist intern immer Bürobedarf und wird erst beim Export zu 4930 oder 6815. Ein Umschalten ändert also die Nummern im Buchungsstapel, nicht deine Zuordnungen — und du musst nichts nacharbeiten.
Dasselbe gilt für die Konten, auf denen das Geld liegt. Das Bankkonto steht voreingestellt auf 1200 beziehungsweise 1800 und ist änderbar; für ein Guthaben bei Stripe oder PayPal schlägt Jubeljahr 1210 beziehungsweise 1810 vor — ein Vorschlag, weil wir nicht wissen können, welche Nummer deine Kanzlei dafür vorsieht. Wer beides ändern will, ändert es einmal, und der nächste Export nimmt die neuen Nummern.
Häufige Fragen
- Woher weiß ich, welcher Kontenrahmen bei mir gilt?
- Am schnellsten durch eine Mail an deinen Steuerberater — er weiß es aus dem Kopf. Erkennen kann man es auch an einer Auswertung aus dem Vorjahr: Stehen die Erlöskonten bei 8000 und die Aufwandskonten bei 4000, ist es SKR03. Stehen die Erlöse bei 4000 und die Aufwendungen bei 6000, ist es SKR04.
- Kann ich in Jubeljahr später wechseln?
- Ja, es ist ein Auswahlfeld in den Einstellungen. Jede Kategorie trägt beide Nummern, deine bisherigen Zuordnungen bleiben also erhalten — es ändert sich nur, welche Nummer beim nächsten Export geschrieben wird. Ob ein Wechsel in deiner laufenden Buchhaltung sinnvoll oder überhaupt angebracht ist, entscheidet dein Steuerberater; das ist keine Frage der Vorbuchhaltung.
- Muss ich die Kontonummern selbst kennen?
- Nein. Du ordnest einem Beleg eine Kategorie zu — „Bürobedarf", „Reisekosten", „Erlöse 19 % USt". Die Kontonummern hängen an der Kategorie und werden erst beim Export eingesetzt, in der Fassung des eingestellten Kontenrahmens.
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Wer das nicht selbst sortieren will
Jubeljahr ist eine Vorbuchhaltung als Durchgangsstation: Belege kommen herein, werden vorkategorisiert, du prüfst und gibst frei, heraus geht ein DATEV-Buchungsstapel — und danach wird gelöscht. Eine vollständige Buchhaltung ist es nicht: keine Bilanz, keine Salden, keine Steuerberechnung.
Was Jubeljahr macht